Schlagwörter

, , , ,

Die Aachener Nachrichten haben einen sehr schönen Artikel über den Gründer des Aachener Tolkien Stammtischs und über die Faszination von J. R. R. Tolkien verfasst:

Aachen. Ganze Regalwände nehmen die Bücher in Anspruch, dicke, gebundene Schmöker, schmalere Taschenbücher, Romane, Sachbücher und Lexika. Alle haben eins gemein, entweder sind sie von John Ronald Reuel Tolkien selbst oder über den Autor und Wissenschaftler geschrieben. Und er hat sie gelesen: Julian Eilmann, Lehrer aus Aachen und bekennender Tolkien-Anhänger.

Der großgewachsene 32-Jährige ist fasziniert von der Welt, die Tolkien in seinen Büchern geschaffen hat, von den Figuren und Wesen, den Sprachen, den Orten, den komplexen Zusammenhängen, sprich von dem Universum, das Tolkien erfunden hat.

Tolkien, das ist mehr als «Der Herr der Ringe» und «Der kleine Hobbit», viel mehr. «Tolkien hat eine ganz eigene Mythologie entwickelt. Für manche ist er lediglich ein Trivialautor, doch er schafft es, obwohl er seit vielen Jahren nicht mehr lebt, dass sich immer wieder Menschen für diese Mythologie begeistern, sich in diese Welt hineinträumen», erklärt Julian Eilmann. Egal, ob ältere oder jüngere Menschen, so wie etwa die Schüler, mit denen er und sein Kollege Christopher Rein eine Tolkien-Arbeitsgemeinschaft (AG) am Inda-Gymnasium gegründet haben.

Für Julian Eilmann ist es eine Freude, dass die Jungs der AG die fantastische Welt Tolkiens so spannend finden, sie Schritt für Schritt entdecken, sich mit Spaß durch die alles andere als einfach geschriebenen Werke Tolkiens arbeiten und selbst an einem eigenen Tolkien-Roman arbeiten, die Geschichten des Briten erweitern. «Das ist Leseförderung und kreative Arbeit zusammen», sagt der Deutsch- und Geschichtslehrer, der selbst auch schreibt – allerdings keine Fantasy- oder Tolkien-Romane. Julian Eilmann ist eher ein Tolkien-Forscher, geht von der wissenschaftlichen Seite an die Mythologie heran, erarbeitet spezielle Elemente zu den Werken.

Und so stellt er sich etwa ganz nüchtern die Frage, warum so viele Menschen von der Welt Tolkiens fasziniert sind, einer Welt, die es nicht gibt, und die dennoch für Millionen Fans irgendwie existent ist. Fans, zu denen er auch gehört.

Und weitere dieser Fans sucht Julian Eilmann nun in Aachen und Umgebung. Der 32-Jährige möchte in der Kaiserstadt einen Tolkien-Stammtisch gründen. Diese Stammtische, die es in zahlreichen deutschen Städten gibt, sind so etwas wie Regionalvertretungen der Deutschen Tolkien Gesellschaft (DTG), einem Verein, in dem sich Fans zusammentun und zu Tolkien forschen.

Nicht rein wissenschaftlich

Rein wissenschaftlich soll es bei diesem Stammtisch allerdings nicht zugehen, versichert Julian Eilmann, vielmehr stehe Gemeinschaft, das Menschliche und das verbindende Hobby im Vordergrund, Tolkien nämlich. Und jeder sei willkommen. «Es müssen wirklich keine ausgemachten Experten sein, die alle Werke von Tolkien gelesen haben oder selbst zu Tolkien forschen. Es können Anfänger sein oder Menschen, die ,nur‘ die Herr-der-Ringe-Filme kennen. Lediglich das Interesse an Tolkien sollte vorhanden sein», erklärt Eilmann, der auch nicht als Hobbit oder Elb verkleidet zu solchen Stammtischtreffen kommen möchte.

Es gehe um Reden, Hinterfragen und um Austausch bei Essen und Trinken, was ja bestens zu den Hobbits passe. Julian Eilmann kann sich auch vorstellen, dass die Mitglieder des Stammtisches Ende des Jahres, wenn der erste Teil der «Hobbit»-Verfilmung in die Kinos kommt, den Film gemeinsam schauen, darüber reden, vielleicht auch mal einen Experten zu einem Treffen einladen.

«Stammtisch», sagt der Aachener, «klingt ja schrecklich altmodisch, das soll es nicht sein. Es soll einfach Spaß machen.» Treffen wird sich der Stammtisch einmal im Monat, Julian Eilmann liebäugelt mit dem Freitagabend, weil es dann auch mal etwas später werden darf, ein Stammlokal gibt es noch nicht. Interessierte sollen sich einfach bei ihm melden – entweder unter mailtp:julian.eilmann@tolkiengesellschaft.de oder unter 0241/43588823.

Eilmann hofft, dass sich viele Tolkien-Anhänger bei ihm melden, denn obwohl die Werke von und über Tolkien ganze Regalwände füllen, gibt es immer etwas Neues zu dem britischen Autor und Wissenschaftler zu entdecken.

Viele Veranstaltungen zum 120. Geburtstag

Zum 120. Geburtstag von J.R.R. Tolkien gibt es in der Bibliothek der Stadt Aachen mehrere Veranstaltungen, die in Zusammenarbeit mit der Tolkien-AG des Inda-Gymnasiums entstanden sind.

Am Mittwoch, 8. August,ab 15 Uhr entdecken Bibliotheks-Hobbits Mittelerde – die Spielekette ist für Kinder von sechs bis neun Jahren. Eine Anmeldung am Beratungsplatz der Kinder- und Jugendbibliothek ist erforderlich.

Am 7. Dezember gibt es einen fantastischen Abend mit Tolkien zur Einstimmung auf den neuen Hobbit-Film. Es wird eine Kunstausstellung mit Bildern von Anke Eissmann eröffnet, die Szenen aus den Werken Tolkiens illustriert. Im Anschluss gibt der Tolkien-Experte Dr. Frank Weinreich einen Einblick in Tolkiens Leben und Werk.

Wer wissen möchte, was die Inda-Gefährten, so nennt sich die Tolkien-AG des Inda-Gymnasiums, erarbeiten, kann sich unter http://indagefaehrten.wordpress.com/ informieren. Dort sind die zukünftigen Pläne festgehalten. Und es gibt auch einen Rückblick auf abgeschlossene Projekte.